Bundesligisten wieder am Uhlenkrug!

Die U13/D1 schlägt sich bislang prima in der NRW-Bundesliga-Nachwuchsrunde

„Watt Schalke am Sonntag hier?“ Der Fußball-Fan wollte kaum glauben, was er da im Wochen-Kasten des ETB Schwarz-Weiß lesen konnte. Aber es stimmt: Schalke kam zum Auswärtsspiel an den Uhlenkrug. Allerdings nicht, um bei der 1. Mannschaft anzutreten, sondern bei der D1.
Denn die Jungs kicken seit Beginn der Saison in der für ihre Alterklasse höchstmöglichen Spielklasse, der so genannten NRW Bundesliga Nachwuchsrunde. Oder wie mancher am Spielfeldrand sagt: „Revier-Cup“ oder auch Nachwuchs-Bundesliga. Und hat damit gar nicht einmal so Unrecht. Denn schließlich ist die auf Initiative der NRW-Bundesligisten ins Leben gerufene Spielrunde Tummelplatz für ihren Nachwuchs, weil sie auf Kreisebene einfach nicht genügend gefordert wurden.
Die wichtigsten Vereine des Fußball-Westens messen sich in diesem Cup. Und wie kommt nun der ETB als Oberligist zu der Ehre da mitkicken zu dürfen. Ganz einfach: der Kern der jetzigen D1 spielt schon seit mehr als drei Jahren sehr erfolgreich, sowohl in der Stadtmeisterschaft, bei Freundschaftsspielen als auch auf nationalen und internationalen Einladungsturnieren. Das hatte sich in Fußballerkreisen herumgesprochen und so bekam die D1 zur Saison 2006/2007 die Chance, in der Bundesliga-Nachwuchsrunde mitzuspielen.
„Das packen die nie!“ war dann von manchem Skeptiker zu hören. Und wenn man weiß, wie schwer es auch für die Jugendmannschaften von Alemannia Aachen, *** oder Wattenscheid 09 ist, sich dort gegen die Großen wie 1. FC Köln, BVB, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach oder Schalke 04 zu behaupten, dann klingt diese Skepsis nicht einmal unberechtigt. Erst recht nicht, als es für die sieggewohnten Schwarz-Weißen in den ersten drei Spielen gleich drei Niederlagen hagelte. „Die Jungs mussten erst einmal ihre eigene Nervosität in den Griff kriegen und sich dann daran gewöhnen, dass in dieser Liga erheblich schneller und körperlicher gespielt wird bei einem gleichzeitig höheren technischen Niveau“, erklärt Chef-Trainer Holger Zwikirsch, der selbst als Profi in der 2. Bundesliga gekickt hat und bei seiner Arbeit von zwei Co-Trainern und einem Torwart-Trainer unterstützt wird. „Wir haben hier natürlich nicht die gleichen Voraussetzung wie die Bundesligisten, aber der Erfolg der Mannschaft macht natürlich im Umfeld auch einiges möglich“, so Trainer Zwikirsch, „und so freuen wir uns, dass wir jetzt seit kurzen als Betreuer einen echten Physiotherapeuten im Team haben.
Da mag sich mancher fragen, ob die Jungs bei soviel Tamtam nicht bald abheben? „Das glaube ich nicht“, so der Trainer, „das sind trotz ihrer jungen Jahre charakterlich sehr gefestigte Jungens! Die heben jetzt nicht ab, zumal sie auch weiterhin in der Leistungsklasse in ihrem Kreis spielen und da auf andere Essener Mannschaften treffen, wo vielleicht ihre Schulkameraden kicken.“ Das ist gut für die Bodenhaftung! „Der Vorteil an der Revier-Cup-Teilnahme ist, so Trainer Zwikirsch weiter, „dass wir den Spielern jetzt etwas bieten können, da muss niemand wechseln, nur weil er in einer höheren Klasse spielen will. Nein, meine Mannschaft ist auf dem Boden geblieben, da glaubt keiner, dass der Weg zum Profi schon so gut wie geschafft ist…“
Wer die Mannschaft einmal erlebt hat, der wird dem Trainer wohl recht geben. Die haben ihren Plan! Nach dem ersten Sieg in der Nachwuchsrunde auswärts gegen den Bonner SC während der WM, schallte aus der Kabine die Xavier Naidoo Hymne „der Weg“: „…dieser weg wird kein leichter sein, dieser weg wird steinig und schwer!“ Nicht angezettelt vom Trainer, sondern angestimmt von den Spielern selbst. Und es lag bei aller Siegesfreude auch etwas Entschlossenes in den Stimmen! Es klang so, als wäre der Bann gebrochen und als wüsste man nun, dass man auch in der Nachwuchs-Bundesliga siegen könne. Wer spricht da noch von den „Wilden Kerlen“? Elf-Freunde-müßt-ihr-sein-Autor Samy Drechsel hätte wohl Tränen der Rührung in den Augen gehabt. Und bei Trainer und Betreuern war es wohl nicht anders.
Im vorletzten Heimspiel vor der Winterpause gab es gegen Schalke, - neben dem BVB und Bayer Leverkusen - einer der Favoriten um die Meisterschaft am Uhlenkrug eine hauchdünne 2:0 Niederlage, nachdem die Mannschaft bis drei Minuten vor Schluss das Spiel offen gestalten konnte. Das Aufeinandertreffen von zwei individuellen Fehlern führte zum bitteren 1:0. Ein Konter gegen die dann hemmungslos stürmenden Schwarz-Weißen besiegelte letztlich die Niederlage. Pech, Ärger. Enttäuschung. Aber so ist der Fußball. Da heißt es, wieder aufstehen und nach vorn schauen. „Auch in solchen Situation sprechen wir in der Mannschaft hinterher Klartext. Das müssen die Jungs auch aushalten können.“, merkt der Trainer kritisch an.
Aber natürlich ist er auch stolz auf seine Jungs, die mittlerweile nicht nur vier Mannschaften in der Nachwuchs-Bundesliga hinter sich gelassen haben, darunter auch den Lokalrivalen ***, sondern mit 30 Toren in 12 Spielen sogar öfter einnetzen konnten als z.B. Schalke 04. Und sein wir doch mal ehrlich, was ist beim Fußball schöner als ein Tor?...Tor…Tor…Tor!!!!